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Der Mensch ist ein lebendes Uhrwerk und damit er richtig tickt, braucht er gesundes Licht. Warum eigentlich zum Kuckuck?

Wie oft hat man sich oder andere schon Sätze sagen hören wie diese: „wir müssen erstmal unseren Rhythmus finden“ oder „da müssen wir uns wieder eintakten“. Leere Worthülsen und Ausreden oder steckt vielleicht doch etwas viel Grundlegenderes dahinter? Was bedeutet es eigentlich für den menschlichen Körper, aus dem Rhythmus zu kommen, und wieso spielt Tageslicht dabei eine so wichtige Rolle?

Die Forschung ist seit den Bunkerversuchen weitergegangen und man weiß heute viel präziser, welche Abläufe im Körper an sogenannten inneren Uhren hängen. Längst ist bekannt, dass sich die Taktung nicht nur im Schlaf-Wach-Rhythmus und der Thermoregulation des Körpers spiegelt.

Das ist so schlimm, dass jede einzelne Zelle des menschlichen Körpers einen eigenen 24-Stundenrhythmus hat. Zehn Prozent aller Gene, die beim Menschen aktiv sind, macht morgens, abends und nachts nicht das Gleiche, sondern die sind alle ganz fein abgestimmt, damit jeder zu einem bestimmten Zeitpunkt das macht, was er machen soll.“

Die Erkenntnis zum Beispiel, dass sich Zellen zu einem ganz bestimmten und wiederkehrenden Zeitpunkt teilen, kann in der Krebstherapie eine Rolle spielen. Man weiß, dass eine Chemotherapie nur auf sich teilende Zellen wirkt – findet man den Rhythmus dieser Zellen heraus, können Medikamente zielgerichteter und sparsamer eingesetzt und somit auch Nebenwirkungen so minimal wie nur möglich gehalten werden.

Bei der Therapie verschiedener Krankheiten ist das Wissen um den circadianen Rhythmus von Nutzen, der Einfluss des Lichts spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Alten- und Pflegeeinrichtungen kann beispielsweise durch entsprechende Beleuchtungskonzepte ein deutlicher Mehrwert für das Leben der Bewohner erreicht werden.

75 Prozent aller Menschen in deutschen Pflegeheimen haben Alzheimer und von denen über die Hälfte nächtliche Verwirrtheitszustände. Und von denen hat man vor 20 Jahren schon herausgefunden, dass durch helle Beleuchtung am Tag diese nächtlichen Verwirrtheitszustände weniger werden, d.h., hier wissen wir, es hat einen Einfluss. Allerdings scheint es nicht so einfach zu sein, wie wir uns das vor zwanzig Jahren vorgestellt haben, einfach helles, blaues Licht und das hilft – nein, so einfach ist das nicht. Heute wissen wir, dass es da sogar Überdosierungen gibt, d.h., immer heller, noch mehr blaues Licht – nein, das kann sogar zum Gegenteil führen.“

Es ist ein kompliziertes Konstrukt aus verschiedenen inneren Uhren, das in unserem Körper tickt. Anscheinend funktioniert dies eine Zeitlang auch unabhängig von äußeren Einflüssen – irgendwann muss das System aber geeicht werden.

Der übergeordnete Zeitgeber, der das Ganze synchronisiert mit der Umgebung, das ist Licht und Dunkelheit, d.h., wenn sie nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt morgens Licht und abends Dunkelheit bekommen, dann kommt dieses System aus inneren Uhren durcheinander und das ist, wie wenn Sie in ein Schweizer Uhrwerk Sand reinschmeißen, dann knirscht es hier und knirscht es da und irgendwann geht die Sollbruchstelle kaputt, d.h., damit wir gut funktionieren, brauchen wir Licht und Dunkelheit in einem klar vorgegebenen Rhythmus.“

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

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